Die alte Zeit

 

O, Vergangenheit, erwache! Komm doch zurück zu mir! Ich denk an dich und lache und träume mich zu dir. Schenk mir wie einst, die Freude! Ein Leben, befreit von Zeit. Fern ab, von Buße und Reue, nur schlichte Seligkeit. Dann schmeckt die Luft wieder wie damals, und ach, die Vögel klingen so rein. Pures Glück kitzelt mir den Hals, und ich inhaliere selig den Sonnenschein.


O, Vergangenheit, erwache! Nimm die Traurigkeit von mir! Befrei mich, dass ich lache! Hol mich zurück zu dir!

6.7.08 11:13, kommentieren

Aber sonst geht's mir gut

   Ich werde zunehmend antik, mein Antlitz schaler, die Knochen sind Aspik, meine Hoffnung schmaler. Mein Magen keucht, meine Blicke schleichen. Sie reden vom Leben, ich träume von Leichen. Mein letzter Freund, ein Teufel an der Wand. Die heimliche Geliebte, meine linke Hand. Wir treiben es täglich, sie keult mich müde. Mein täglicher Stuhlgang, Scheiß-Attitüde. Ich fresse mich glücklich, was für eine Lüge. Verpupp mich schrullig, schon meine Bezüge. Die Nachbarn immer lauter, ich übe mich leiser. Mein Schweigen tut weh, ich verstumme ganz heiser.


Der Sommer ist schön, doch grell ist das Licht. Es blühen die Blumen, und es welkt Zuversicht. Die Nacht macht mir Angst, der Morgen tut weh. Und wenn ich was fürchte, dann ein Resümee. … aber sonst geht's mir gut

1 Kommentar 5.7.08 19:35, kommentieren

Brandzeichen der Hölle

 Besser unkontrollierter Wahnsinn, als kontrollierter Stumpfsinn. Besser erhobenen Hauptes verrecken, als schwanzwedelnd Führers Stiefel lecken. Verschont mich mit euren abgewichsten Volksanliegen, mit euren immerneuen Minderheitenkriegen. Verschont mich mit eurer debilen Aufmerksamkeit, mit eurer durch nichts zu rechtfertigenden Selbstzufriedenheit. Besser im Strom der Geächteten ersaufen, als mit euch in Reih und Glied zu laufen. Besser den Kopf in die Schlinge legen als stillschweigend euren Dung wegzufegen. Oh Teufel, steig auf, aus deinem düsteren Verließ

Oh Teufel, steck sie alle auf, auf deinen Spieß, die auf Mensch geschminkten Schweine. Häng sie auf, mit einem Fleischerhaken durch die Beine. Und dann deine Hörner durch ihr Herz gerammt, das Brandzeichen der Hölle in ihren Leib gebrannt.

5.7.08 17:04, kommentieren

Die Sprache der Augen

 

Deine Augen
wollen mir so vieles erzählen,

sie wollen mir zeigen

was sie denken,

was sie für mich fühlen

und wovor sie Angst haben.

Sie schauen mich

voll Sehnsucht an,

voll Sehnsucht

nach einer Antwort von mir

aber

ich habe die Sprache Deiner Augen

nicht gelernt.

Man sollte eigentlich im Leben
niemals die gleiche Dummheit

zweimal machen,

denn die Auswahl ist so groß.

5.7.08 10:56, kommentieren

Kompakte Wärmesensoren für kühlere Chips

NEC hat eine Technologie vorgestellt, um die Wärmeentwicklung in Mikrochips besser unter Kontrolle zu bringen. Mithilfe von besonders kompakten Wärmesensoren, die über die Fläche von LSI-Chips (Large Scale Integration) verteilt werden, kann die Wärmeentwicklung genau überwacht werden. Das erlaubt eine grafische Darstellung in Echtzeit ebenso wie eine passende Reaktion auf zu starke Hitzeentwicklung. Das hilft, Strom zu sparen und die Lebensdauer von Chips zu verbessern. Geeignet ist die Technologie für Chips bis hin zu modernsten Hochleistungsprozessoren. "Die Technologie verwenden wir in den Vektorprozessoren beim HPC-System (High Performance Computing) NEC SX-9", erklärt Thomas Schoenemeyer, Manager HPC Presales bei NEC Deutschland http://www.nec.de.

Die NEC-Wärmesensoren sind laut Unternehmen zehnmal kleiner als herkömmliche Dioden-basierte Modelle. Das erlaubt, hunderte der Miniatursensoren auf der Fläche eines LSI-Chips zu verteilen. Damit könne die Wärmeverteilung im Chip in Echtzeit und auf bis zu drei Grad Celsius genau beobachtet werden. Bei zu hoher Hitzeentwicklung kann das System automatisch reagieren. "Die Technologie hilft beispielsweise, die Lüftung effizienter zu gestalten", meint Schoenemeyer. Bei starker lokaler Wärmeentwicklung können Rechenaufgaben auf wenig aktive, kühle Bereiche eines Chips ausgelagert werden, so das Unternehmen.

Ziel ist es, ein Entstehen hoher Temperaturen zu vermeiden, die einen Leistungsabfall bewirken und die Lebensdauer von Elementen verringern würden. Die resultierende Optimierung von Taktfrequenz, Datenverarbeitung und Spannungspegel könne den Stromverbrauch um 20 bis 50 Prozent reduzieren, so das Unternehmen. Eine grafische Darstellung der Wärmeverteilung in LSI-Chips ist mithilfe der NEC-Technologie möglich. Das verspricht neben einer Kontrollmöglichkeit auch Unterstützung beim optimierten Systemdesign.

Genutzt wird die Technologie in NECs SX-9-System, das hohe Rechenleistung bei geringem Stromverbrauch in Aussicht stellt. Bislang existiert nur eine HPC-Anlage auf dieser Basis in Japan, doch weitere sollen folgen. Bei der Energieeffizienz gemessen am Linpak-Benchmark, welche die Top-500-Liste der stärksten Superrechner der Welt
http://top500.org neuerdings berücksichtigt, müsse sich SX-9 IBMs BlueGene/P geschlagen geben, so Schoenemeyer. Bei auf Applikationsleistung optimierten Systemen etwa für die Klimaforschung könne das System seine Stärke unter Beweis stellen. Wie gering der Stromverbrauch wirklich ausfällt, sei noch schwer einzuschätzen. "Wir werden das beim Deutschen Wetterdienst sehen", so der HPC-Experte. Dort soll bis Ende des Jahres ein SX-9-System in Vollbetrieb gehen.

4.7.08 08:52, kommentieren

Spannendes Ringen um ein wahrhaftiges Leben

Der Schriftsteller Franz Kafka hat uns so viel zu sagen! Nur muss man seine Texte inzwischen geradezu frei kratzen von den Klischees, die sich über sie gelegt haben. Eine gute Gelegenheit, damit anzufangen, bietet der zweite Band von Reiner Stachs monumentaler Kafka-Biografie, die zum 125. Geburtstag des Prager Versicherungsbeamten, der zum berühmtesten Schriftsteller der Welt wurde, gerade erschienen ist.

Das entscheidende Wort, das in dieser Biografie Leben und Werk zusammenhält, lautet: Erkenntnis. In der Tat ist das ständige Bemühen nach gedanklicher und sprachlicher Wahrhaftigkeit und die Lust an ihrem Gelingen der Punkt, von dem aus man den ganzen Kafka haben kann. Selbst die artistischen Erzählperspektiven seiner späten Prosa bleiben auf Erkenntnis bezogen, auf Erkenntnis der Lage und seiner selbst darin. Kafka erscheint bei Stach als ein Artist des inneren Erlebens, als jemand, dem es immer wieder gelingt, im Moment des Denkens die Sprache sozusagen neu zu erfinden, um jeweils die Besonderheit der beschriebenen Person, des skizzierten Moments oder des gedachten Gedankens erfassen zu können.

Von Kafkas »unkonventionellen Zügen, die ihm das alltägliche Erleben ebenso reicher wie schwieriger machen«, schreibt Stach einmal. Wenn man sie in den Mittelpunkt stellt, entkommt man auf der Stelle allen Erzählungen von der angeblichen Ereignisarmut seiner Biografie. Kafka - und das deutlich zu machen ist das Tolle an Stachs Buch - hat ein spannendes Leben geführt: Stets hat er darum gerungen zu erkennen, wie ein wahrhaftiges Leben aussehen könnte. Und das Spannende daran, Kafka zu lesen, besteht in der Chance, von der Hellsichtigkeit, die mit diesem Leben verbunden war, zehren zu können.

Es ist dieser Kafka - und nicht der klischierte Autor des sprichwörtlich Kafkaesken -, der uns heute nahe ist. Anhand seiner Liebesbeziehungen kann man sich das gut klarmachen. Kafkas Schwestern wurden noch mit der Idee behelligt, über einen Heiratsvermittler einen Bräutigam finden zu sollen. Da muss Kafkas Ringen mit sich selbst und seinen Verlobten um die Möglichkeit einer - guten! - Ehe natürlich seltsam erscheinen. Aber die Realität ist ihm längst näher gekommen. Innere Kämpfe, was in seinem Leben das Richtige sei, führt inzwischen ein jeder - nur dass Kafka sie immer noch klarer und unerschrockener führte. Und dass man bei ihm so gut wie bei sonst keinem Autor sehen kann: Wenn man bei diesen Kämpfen mit der Konzentration nur um ein Weniges nachlässt, landet man schon in der Unwahrheit.

Je komplexer das Innenleben wird, desto wichtiger wird Kafka! Sein Geburtstag ist ein passender Augenblick, um sich ihm einmal wieder unbefangen zu nähern.

1 Kommentar 3.7.08 14:28, kommentieren

Liebe Leser!

 

Liebe Leser!

Ich möchte mich heute für ein paar tage (bis 03.07.2008) von euch verabschieden.

Schreibt doch bitte mal was euch an meiner Seite gefällt und viel wichtiger was euch nicht gefällt,damit ich die Qualität verbessern kann.

Liebe Grüße und viel Spaß beim lesen und schreiben

Wolfgang


22.6.08 14:17, kommentieren